Neuland Kolumbien

Im Ausland zu arbeiten war schon immer unter den Top 5 meiner To Do Liste. Trotzdem schlich sich in meinem Hinterkopf immer wieder der Gedanke ein, dass sich dieser Traum wohl nie erfüllen wird, da ich keinen Finger dafür krümmte. Während der letzten Monate hat sich das Blatt jedoch unerwartet gewendet. 
Letztes Jahr war ich für fünf Monate in Zentral- und Südamerika unterwegs. Jeder der schon einmal für längere Zeit reisen war weiss, dass, man könnte sagen, ein allgemein bekannter Fragekatalog unter Backpackern existiert. 
Die Frage mit der ich in einem Gespräch meistens als Erstes konfrontiert wurde, nachdem man gegenseitig die Reiserouten ausgecheckt hat, ist: Welches Land hat dir am besten gefallen? Während ich dann hin- und hergerissen versuchte diese Frage nicht als etwas Unmögliches zu betrachten und mein Gegenüber mehr oder weniger zufrieden zu stellen, kam schon die nächste Frage. In einem typischen Backpacker Hostel mit Bar und gemütlicher Musik wunderte es mich nicht, dass die Leute mich empört fragten: Was, du trinkst keinen Alkohol, wie machst du das nur??? Und so zieht sich der Abend in die Länge und du lässt Fremde an deinen peinlichsten sprachlichen Missverständnissen und intimsten Durchfallerlebnissen teilhaben. Eine Frage die mich jedes Mal verwundert aufblicken liess, war jedoch: Warum lässt du Kolumbien auf deiner Reise aus? Unter jungen Backpackern ist letzteres zurzeit ein überaus beliebtes Reiseziel. Kolumbien befindet sich touristisch gesehen stark im Aufschwung und so hat auch mich die Neugier gepackt. 
Als ich im Januar die ausgeschriebene Stelle an der Schweizerschule in Bogota entdeckte, hielt mich nicht mehr viel zurück. So werde ich in wenigen Tagen zum ersten Mal das für mich noch unbekannte Kolumbien betreten in der Hoffnung, dass das Wort ZUHAUSE nicht ganz fremd klingen wird.



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