kolumbianische Enzyklopädie

Heute möchte ich dir einen Einblick in mein bisheriges Alltagsleben geben. Dazu gibt es aber einige Dinge die du wissen solltest. Falls du gedacht hast Kolumbien = Strand, Meer, Sonne und Ferien muss ich dich leider enttäuschen. Ich möchte hier nur mal das Bild zurechtrücken und dir einige Fakten über mein neues Zuhause liefern.
Bogota ist mit ihren 8 Millionen Einwohnern die Hauptstadt Kolumbiens. Die Stadt liegt auf 2640m Höhe. Jetzt kannst du dir vorstellen, wie unsportlich ich mich momentan noch gegenüber Kolumbianern fühle...ich hoffe das ändert sich bald. Die Stadt hat mehrere Pärke und Seen. Da mag einer wohl sagen "ah wow mega schön". Denkste. Wenn man in der Schweiz geboren ist, würde man an dem grünen Daumen Bogotas stark zweifeln. Verdorrte Gräsli in ausgetrockneter Blumentopferde wäre eine passende Beschreibung aus der Sicht eines Eidgenossen. Die "Seen" und "Flüsse" stinken übrigens. Ja in Kolumbien kann es richtig heiss werden. Nicht aber in Bogota. Das Land liegt nahe am Äquator das heisst: Erstens die Sonne geht immer ca. um 6.00 Uhr auf und verschwindet um ca. 18.00 Uhr wieder. Zweitens kann man nicht wirklich von vier Jahreszeiten sprechen. Das Klima unterscheidet sich von Kilometer zu Kilometer (senkrecht gesprochen). Mit den 2600m Höhe liegt die Durchschnittstemperatur in Bogota bei etwa 13°C. Trotzdem muss ich mir ab und zu einen Klatscher Sonnencreme auftragen, weil die Sonne relativ heimtückisch sein kann. Den Wetterbericht brauchst du erst gar nicht anzuschauen, weil es sich sowieso von Minute zu Minute ändert.
Also nichts mit Isa macht dort Ferien!!! Sorry wenn du dir jetzt heimlich Hoffnungen gemacht hast, dass ich in den nächsten Flieger steige und in 15h in Züri Kloten lande. Ich bin nicht hier wegen der Grossstadt mit ihren verdorrten Grünflächen und dem instabilen Klima. Schliesslich dreht sich nicht alles um die äusseren Werte. Vielmehr interessieren mich kulturelle Bräuche, kulinarische Spezialitäten und inspirierende Lebensgeschichten. Von der spanischen Sprache und Musik müssen wir gar nicht erst reden, das weisst du ja sowieso.



Ich bin jetzt schon bald seit einer Woche hier, aber kann nichts wirklich für die Schule tun, da wir erst ab dem 1. August in das System eingeführt werden. Für das Visum und die Wohnung brauche ich auch erstmal Infos und Hilfe von der Schule. Deshalb versuche ich mich derweil in der Millionenstadt Schrittli für Schrittli zu orientieren, nette Cafés (mit Cheesecake) ausfindig zu machen und viel zu schlafen.

I däm Sinn: guet Nacht mitenand :)

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